Operationsmeldung
Status der Validierung | ||||||||||||||
BW | BY | BB | HB | HH | HE | MV | NI | NW | RP | SL | SN | ST | SH | TH |
Hinweis: Änderungen zur vorherigen Version sind in der Markierungsfarbe Türkis hervorgehoben.
Allgemeines
Jede selbst durchgeführte Erst- oder Folge-Operation ist meldepflichtig, wenn diese zur Entfernung (Resektion), Zerstörung (Destruktion) oder Verkleinerung (Reduktion) von Tumorgewebe führt.
Eine OP-Meldung muss vollständige Angaben gemäß des u.g. Items 13.- enthalten.
Bei Entnahme von Gewebe im Rahmen der OP sind folgende zusätzliche Angaben gefordert:
(p)TNM-Klassifikation (abhängig von der Tumorerkrankung)
Weitere Ergebnisse der Operation sind ggf. über die Felder “weitere Klassifikationen”, “genetische Varianten” und über die Module zu melden.
Merkmale und Ausprägungen
ID (oBDS) | Merkmal | Ausprägungen | Beschreibung |
|---|---|---|---|
13.01 | Intention der Operation | K = kurativ | Ziel der Operation kurativ: Langfristige und vollständige Heilung palliativ: Symptomlinderung und Verbesserung der Lebensqualität, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. diagnostisch: Feststellung/Sicherung einer Diagnose Revision/Komplikation: Operation oder Re-Operation, die der Behebung einer Komplikation dient und nicht der primären Tumorresektion oder Nachresektion. Nachresektion: Eine Nachresektion kann mit kurativer oder palliativer Intention erfolgen. Es handelt sich um eine Re-Operation nach einer Tumorresektion mit folgenden, möglichen Zielen:
Sonstiges: Wenn keine der spezifischen Ausprägungen zutrifft. fehlende Angaben: Diese Ausprägung ist möglichst nicht zu verwenden. |
13.02 | OP Datum | TT.MM.JJJJ | Ein exaktes (taggenaues) Datum ist anzugeben. |
13.03 | OPS | OPS (5-*) | Genaue Bezeichnung der Operation gemäß Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS). [1] Es ist so spezifisch wie möglich und endständig zu verschlüsseln, ggf. inkl. Seitenangabe. Zusatzkennzeichen für die Seitenangabe (R für rechts, L für links): "Die Angabe dieser Zusatzkennzeichen ist für Prozeduren an paarigen Organen oder Körperteilen (Augen, Ohren, Nieren, Extremitäten etc.) und teilweise seitenübergreifenden Organen oder Körperregionen (z.B. Schilddrüse, Brustwand) verpflichtend. Bei beidseitiger Durchführung ist jeweils ein Code für die linke und ein Code für die rechte Seite anzugeben. Schlüsselnummern, die mit einem Zusatzkennzeichen versehen werden müssen, sind in den vom BfArM herausgegebenen Formaten PDF, ODT und HTML mit einem Doppelpfeil gekennzeichnet." [1] Hinweis: Eine Mikrowellen- oder Radiofrequenzablation oder ein anderes ablatives Verfahren ist als Operation zu dokumentieren. Siehe auch weitere, relevante OPS-Codes für tumortherapeutische Eingriffe. |
13.04 | OPS Version | Version JJJJ | Es ist die zum OP-Zeitpunkt aktuelle OPS-Version (Jahr) zu verwenden. |
13.05 | OP Komplikationen | N = nein | Vorkommen von intra- oder postoperativen Komplikationen innerhalb von 30 Tagen nach einer Operation mit genauer Komplikationsbezeichnung. Komplikationen, die in der Auflistung fehlen, sind mit passendem ICD-10-Code anzugeben, z. B. ICD-10 T80-T88 [2]. |
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22.01 | Operateur | Nachname, Vorname(n) und Angabe des Hauptoperateurs |
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Komplikationsschlüssel
Residualstatus
Der Residualstatus, auch als Residualtumor/R-Klassifikation bezeichnet, beschreibt, wie umfassend das erkrankte Gewebe durch die Behandlung entfernt werden konnte. Der Residualstatus ist ein wichtiger prognostischer Faktor und hat direkte Auswirkungen auf die weitere Therapie [3].
Bei der Meldung ans Krebsregister ist zu beachten, dass zwischen dem lokalen Residualstatus (ID 10.01) und dem Residualstatus in Bezug auf alle Tumormanifestationen (ID 10.02) unterschieden wird. Weitere Erläuterungen s.a. Beschlüsse.
ID (oBDS) | Merkmal | Ausprägungen | Beschreibung |
|---|---|---|---|
10.01 | Beurteilung des lokalen Residualstatus nach Abschluss der Operation
| R0 | R0 : Tumorgewebe ist weder makroskopisch noch mikroskopisch nachweisbar. R1: mikroskopisch nachweisbare Tumorreste am Resektionsrand (schnittrandbildend). R1 (is): in situ-Tumorrest R1 (cy+): cytologischer Rest (=cytologisch sind noch Tumorzellen nachweisbar) R2 : makroskopisch nachweisbare Tumorreste RX : Vorhandensein von Residualtumor kann nicht beurteilt werden U: Residualtumorstatus ist nicht bekannt Der lokale Residualstatus (ID 10.01) beschreibt, ob nach einer Resektion noch Tumorreste im OP-Gebiet verblieben sind. Dieser kann in Bezug auf den Primärtumor oder – bei alleiniger Metastasen-Operation – auf die Metastasen angegeben werden. Bei gleichzeitiger Operation von Primärtumor und Metastasen wird der Residualstatus der Metastasen nicht im lokalen Residualstatus angegeben, sondern fließt in die Gesamtbeurteilung des Residualstatus ein (ID 10.02). In der Gesamtbeurteilung des Residualstatus (ID 10.02) werden alle Tumormanifestionen im Körper berücksichtigt. Die Angabe muss nicht dem lokalen Residualstatus entsprechen. Beispiele:
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10.02 | Gesamtbeurteilung des Residualstatus |
Beispiel
Gleichzeitige Operation des Primärtumors und einer Metastase mit R1-resezierter Lebermetastase bei R0-reseziertem kolorektalen Karzinom
Der lokale Residualstatus wird auf den Primärtumor bezogen, weshalb lokal R0 dokumentiert wird. Der Residualstatus der Lebermetastase fließt in die Gesamtbeurteilung des Residualstatus ein.
ICD-10 | Residualstatus lokal | Residualstatus gesamt |
|---|---|---|
C18.- | R0 | R1 |
Weitere Merkmale und Module
Quellen |
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[1] Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM); http://www.bfarm.de |
[2] ICD-10-GM, Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM); http://www.bfarm.de |
[3] Christian Wittekind: TNM – Klassifikation maligner Tumoren. Neunte Auflage. John Wiley & Sons, Weinheim 2026, S. 13–14. |