Operationsmeldung
Status der Validierung | ||||||||||||||
BW | BY | BB | HB | HH | HE | MV | NI | NW | RP | SL | SN | ST | SH | TH |
Allgemeines
Die Meldung einer Operation ist ein zentraler Bestandteil der onkologischen Dokumentation und hat eine große Bedeutung für die Qualitätssicherung und Verbesserung der Krebsbehandlung. Durch die systematische Erfassung und Analyse von Operationsdaten können Behandlungserfolge besser bewertet und Therapieansätze optimiert werden. Dies trägt dazu bei, die Prognose und Lebensqualität von Krebspatientinnen und -patienten zu verbessern.
Relevanz der Meldung
Behandlungsqualität: Die detaillierte Dokumentation von Operationen ermöglicht es, die Qualität der chirurgischen Eingriffe zu überwachen und kontinuierlich zu verbessern.
Prognose und Therapieplanung: Informationen über durchgeführte Operationen sind entscheidend für die weitere Therapieplanung und Prognoseeinschätzung.
Forschung und Statistik: Operationsdaten tragen zur klinischen Forschung bei und helfen, nationale und internationale Statistiken zu erstellen, die den Fortschritt in der Onkologie dokumentieren.
Jede Operation, die zur Entfernung (Resektion), Zerstörung (Destruktion) oder Verkleinerung (Reduktion) von Tumorgewebe führt, ist zu dokumentieren und zu melden.
Die präzise und vollständige Meldung dieser Operationen ist unerlässlich, um umfassende Daten für die Krebsregister zu generieren, welche die Grundlage für die Verbesserung der Krebsbehandlung bilden.
Merkmale und Ausprägungen
ID (oBDS) | Merkmal | Ausprägungen | Beschreibung |
|---|---|---|---|
13.01 | Intention der Operation | K = kurativ | Die Angabe richtet sich nach dem Ziel der Operation, das zum Behandlungsbeginn verfolgt wurde. kurativ: Eine Behandlung in kurativer Absicht verfolgt das Ziel einer langfristigen und vollständigen Heilung. palliativ: Wenn eine vollständige (kurative) Heilung nicht mehr möglich ist. Die palliativen Maßnahmen dienen der Linderung der Symptome und der Verbesserung der Lebensqualität. diagnostisch: Maßnahmen, die der Feststellung/Sicherung einer Diagnose dienen Revision/Komplikation: Eine Revisionsoperation bezeichnet allgemein einen zweiten chirurgischen Eingriff, der erforderlich wird, wenn bei der ursprünglichen Operation nicht alle Tumorzellen entfernt werden konnten oder wenn postoperative Komplikationen auftreten. Die Ausprägung ist somit bei Nachresektionen und Komplikationsoperationen zu verwenden. Sonstiges: Wenn keine der spezifischen Ausprägungen zutreffen. fehlende Angaben: Diese Ausprägung ist möglichst nicht zu verwenden, auch nicht als Platzhalter oder Füllwert. |
13.02 | OP Datum | TT.MM.JJJJ | Ein exaktes (taggenaues) Datum ist anzugeben. |
13.03 | OPS | OPS (5-*) | Gibt an, welche Operation bzw. Prozedur durchgeführt wurde. Die Operation bzw. Prozedur ist so spezifisch wie möglich und somit endständig zu kodieren. |
13.04 | OPS Version | Version JJJJ | Es ist die zum OP-Zeitpunkt aktuelle OPS-Version (Jahr) zu verwenden. |
13.05 | OP Komplikationen | N = nein | Gibt an, ob Komplikationen intra- oder postoperativ aufgetreten sind. Komplikationen können mit den entsprechenden Kürzeln (siehe Liste Komplikationsschlüssel) oder mit dem zutreffenden ICD-10-Kode beschrieben werden. |
| |||
22.01 | Operateur | Nachname, Vorname(n) und Angabe des Hauptoperateurs | Die Meldepflicht der Angabe des Operateurs ist unterschiedlich in den Landeskrebsregistern geregelt.
|
Residualstatus
Der Residualstatus, auch als R-Status bezeichnet, beschreibt, wie umfassend das erkrankte Gewebe nach einer Behandlung, vorwiegend Operation, entfernt werden konnte. Der R-Status ist ein wichtiger prognostischer Faktor und hat direkte Auswirkungen auf die weiteren Therapieschritte [1].
ID (oBDS) | Merkmal | Ausprägungen | Beschreibung |
|---|---|---|---|
10.01 | Beurteilung des lokalen Residualstatus nach Abschluss der Operation
| R0 | Der lokale Residualstatus beschreibt, ob nach einer Resektion noch Tumorreste im OP-Gebiet verblieben sind. Dieser kann in Bezug auf den Primärtumor oder – bei alleiniger Metastasen-Operation – auf die Metastasen angegeben werden. R0 : Tumorgewebe ist weder makroskopisch noch mikroskopisch nachweisbar. R1: mikroskopisch nachweisbare Tumorreste im Resektionsrand schnittrandbildend), also nicht vollständig im Gesunden reseziert. R1 (is): In-Situ- Rest R1 (cy+): cytologischer Rest R2 : makroskopisch nachweisbare Tumorreste RX : Vorhandensein von Residualtumor kann nicht beurteilt werden U: Residualtumorstatus ist nicht bekannt In der Gesamtbeurteilung des Residualstatus (global) werden alle Tumormanifestionen im Körper berücksichtigt. Die Angabe muss somit nicht zwangsläufig dem lokalen Residualstatus entsprechen. Beispiele:
|
10.02 | Gesamtbeurteilung des Residualstatus |
Beispiel
Gleichzeitige Operation des Primärtumors und einer Metastase mit R1-resezierter Lebermetastase bei R0-reseziertem kolorektalen Karzinom
Der lokale Residualstatus wird auf den Primärtumor bezogen, weshalb lokal R0 dokumentiert wird. Der Residualstatus der Lebermetastase kann über den globalen Residualstatus abgebildet werden.
ICD-10 | Residualstatus lokal | Residualstatus gesamt |
|---|---|---|
C18.- | R0 | R1 |
Weitere Merkmale und Module
Quellen |
|---|
[1] Christian Wittekind: TNM – Klassifikation maligner Tumoren. 8. Auflage. John Wiley & Sons, Weinheim 2017, S. 15–16. |