Verantwortlich: Carolin Luh (HE), Thorsten Wicker (HH)
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Allgemeines
Die Strahlentherapie umfasst Behandlungen der Fachdisziplinen “Strahlentherapie” und “Nuklearmedizin”, obwohl diese klinisch auf unterschiedlichen Wirkungsprinzipien beruhen.
Sollten eine Bestrahlung und eine nuklearmedizinische Tumortherapie gleichzeitg stattfinden, sind diese als separate Therapien zu dokumentieren. Des Weiteren wird in zwei meldepflichtige Ereignisse unterschieden: der Behandlungsbeginn und das Behandlungsende
Es ist zu beachten, dass nur tatsächlich erbrachte Therapieleistungen (Beginn und/oder Ende) meldepflichtig sind. Eine Therapieplanung ohne tatsächliche Durchführung wird nicht als meldepflichtiges Ereignis gewertet und sollte stattdessen über den Meldungsanhang zur Tumorkonferenz erfolgen.
Für einmalige Therapien, die nur an einem Tag durchgeführt werden, ist lediglich eine Meldung mit dem Meldeanlass „Behandlungsende“ erforderlich, um den Dokumentationsaufwand zu minimieren.
Bei multimodalen Therapien, die mehrere Therapieansätze wie Operation, systemische Therapie und Strahlentherapie kombinieren, muss jede Therapieform separat gemeldet werden. Dies gewährleistet eine präzise Erfassung der Behandlungsverläufe (siehe Dokumentationsbeispiele “Multimodale Therapie”).
Darüber hinaus sollten bei der Dokumentation Therapieabbrüche oder Therapiewechsel entsprechend gekennzeichnet werden, um eine vollständige und nachvollziehbare Dokumentation zu gewährleisten.
Merkmale und Ausprägungen
ID (oBDS) | Merkmal | Ausprägungen | Erläuterung |
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14.01 | Intention der Strahlentherapie | K = kurativ P = palliativ O = lokal kurativ bei Oligometastasierung S = Sonstiges X = keine Angabe | Kurativ Eine kurative Radiotherapie wird mit dem Ziel verabreicht, eine vollständige Remission zu erreichen und das Wiederauftreten von Krebs zu verhindern. Der Begriff „kurativ“ gibt dabei das erwartete Ergebnis, d. h. die Heilung, und den Grund für ihre Anwendung genau wieder. Diese Charakterisierung umfasst den Einsatz der Radiotherapie als adjuvante, additive oder neoadjuvante Therapielinie, ggf. auch in Kombination mit Chemotherapie. Auch bei Erkrankungen (Glioblastom) wo das Therapieergebnis trotz Maximalbehandlung oft nicht zu einer Vollremission führt, zählt die Absicht vor Beginn der Behandlung. Entscheidend dabei ist, dass die Möglichkeit aufgrund der applizierten/geplanten Dosis und Fraktionen besteht, eine Vollremission zu erreichen. Prophylaktische Bestrahlungen zur Verhinderung von Tumorwachstum in kurativem Setting: Ganzhirnbestrahlung bei Akuter lymphatischer Leukämie (ALL) und kleinzelligem Bronchialkarzinom - Meldepflicht (kurativ) Scheidenstumpfprophylaxe nach Hysterektomie beim Endometriumkarzinom - Meldepflicht (kurativ) Gynäkomastieprophylaxe - keine Meldepflicht
Lokal kurativ bei Oligometastasierung Die Oligometastasierung beschreibt ein Stadium zwischen einer lokal regionär begrenzten Tumorerkrankung und einer ausgedehnten Metastasierung (i.d.R. mehr als drei betroffene Organe bzw. mehr als insgesamt fünf Fernmetastasen). Palliativ Eine palliative Radiotherapie wird ohne kurative Absicht verabreicht, jedoch mit der Intention, die Tumorlast zu verringern und das Auftreten von tumorbedingten Symptomen zu verhindern bzw. zu behandeln. In Abhängigkeit vom Leistungszustand des/der Patient*in soll in kurzer Zeit und aufwandsminimiert bestrahlt werden. Sonstiges Die Ausprägung “Sonstiges” ist anzuwenden, wenn keine der o.g. Ausprägungen zutrifft. Keine Angabe Diese Ausprägung ist möglichst nicht zu verwenden, auch nicht als Platzhalter oder Füllwert. |
14.02 | Strahlentherapie Stellung zu operativer Therapie | O = ohne Bezug zu einer operativen Therapie A = adjuvant N = neoadjuvant I = intraoperativ Z = additiv S = Sonstiges | Die Stellung zur operativen Therapien stellt immer den Bezug zur geplanten oder durchgeführten Tumorresektion dar. Mit jeder neuen Therapielinie ist diese Einstufung neu vorzunehmen. Ohne Bezug zu einer operativen Therapie Gilt für Situationen nach bspw. Biopsien ohne geplante Tumorresektion oder bei der es im Rahmen der Therapielinie keinen Bezug zu einer Resektion gibt. Synonym: definitive Radiotherapie, d.h. die Strahlentherapie stellt (hier oft in Kombination mit einer Chemotherapie) die primäre, kurativ intendierte antitumoröse Therapie dar
Adjuvant: Gilt nach Basisdatensatz nur nach R0-Resektionen. Es ist durchaus möglich, dass die Trennschärfe zwischen einer adjuvanten und additiven Bestrahlung in der Klinik anders gehandhabt wird und Strahlentherapien nach R1-Resektionen ebenfalls als adjuvante Therapien angesehen werden.
Neoadjuvant: Intraoperativ: Additiv: Gilt nach Basisdatensatz nur nach R1-, R2- und RX-Resektionen. Es ist durchaus möglich, dass die Trennschärfe zwischen einer adjuvanten und additiven Bestrahlung in der Klinik anders gehandhabt wird und Strahlentherapien nach R1-Resektionen ebenfalls als adjuvante Therapien angesehen werden.
Sonstiges: |
14.03 | Strahlentherapie Zielgebiet | Katalog Zielgebietsschlüssel 2021 | siehe Tabelle Zielgebiete und Seite Es ist nur das Zielgebiet bzw. die Zielgebiete zu codieren, die tatsächlich bestrahlt wurden. Pro Zielgebiet und Seite (bei paarigen Organen; siehe Kennzeichnung „(r, l)“) ist jeweils eine Teilbestrahlung zu dokumentieren. Die Angabe eines Zielgebietes ist Pflicht bei den Applikationsarten „P“, „K“ und „I“. Bei metabolischen Therapien (Nuklearmedizin) ist die Angabe nicht erforderlich, da diese systemisch wirken. Bei Zielgebieten, die mit der Seite “optional” gekennzeichnet sind, können alle zur Verfügung stehenden Seiten-Ausprägungen genutzt und je nach Sachverhalt dokumentiert werden. |
14.04 | Strahlentherapie Seite Zielgebie | L = links R = rechts B = beidseits M = mittig U = unbekannt T = trifft nicht zu |
14.05 | Strahlentherapie Beginn | TT.MM.JJJJ | Der tatsächliche Strahlentherapiebeginn ist anzugeben und nicht die Strahlentherapieplanung. |
14.06 | Strahlentherapie Ende | TT.MM.JJJJ | Das tatsächliche Strahlentherapieende ist anzugeben (letzte Fraktion), Entfernung des Strahlers). Bei Permanentstrahlern (Seeds) ist der Tag der Applikation als Ende zu dokumentieren (Beginn = Ende). |
14.07 | Strahlentherapie Applikationsart | https://basisdatensatz.de/feld/201/strahlentherapie-applikationsart | siehe Tabelle Applikationsarten |
14.08 | Strahlenart | https://basisdatensatz.de/feld/280/strahlenart | siehe Tabelle Strahlenarten |
14.09 | Strahlentherapie Gesamtdosis (Dosis) | Numerisch | Die Gesamtdosis ist inkl. Boost anzugeben und pro Zielgebiet zu dokumentieren. |
14.10 | Strahlentherapie Einzeldosis pro Tag (Dosis) | Numerisch | Die Einzeldosis ist die maximale Einzeldosis pro Tag und Zielgebiet und ohne Boost anzugeben. Bei hyperfraktionierter Bestrahlung z.B. 2 x 1,2 Gy ist die Einzeldosis pro Tag 2,4 Gy. |
14.11 | Strahlentherapie Einheit | Gy GBq MBq kBq | Strahlentherapeutische Behandlungen werden in der Einheit “Gy” angegeben, auch bei geschlossenen radioaktiven Nukliden (Afterloading). Nuklearmedizinische Behandlungen (metabolische Therapie) werden in in (G/M/k)Bq angegeben. |
14.12 | Boost | J = ja, mit Boost o. n. A. SIB = simultan integrierter Boost SEQ = sequentieller Boost KON = konkomitanter Boost N = nein, ohne Boost | Information über zusätzlichen Boost. Diese Angabe ersetzt die Übermittlung zusätzlicher Teilbestrahlungen. Die Boostdosis ist in der Gesamtdosis enthalten. Eine intraoperative Bestrahlung stellt i.d.R. einen vorgezogenen Boost dar, erfüllt somit einen eigenen Meldeanlass und soll gesondert gemeldet werden. Zusätzliche Beschreibungen siehe Grafik. Für die Dokumentation des Boostes (lokale Dosisaufsättigung innerhalb eines definierten Zielvolumens) sollte als Minimalvariante SIB (simultan integrierter Boost) dokumentiert werden können. Die Angabe des Boost impliziert, dass die Dosis des Boost in der Gesamtdosis eingerechnet wurde. |
14.13 | Strahlentherapie Ende Grund | E = reguläres Ende F = Zieldosis erreicht mit Unterbrechung > 3 Kalendertage A = Abbruch wegen Nebenwirkungen P = Abbruch wegen Progress S = Abbruch aus sonstigen Gründen V = Patient verweigert weitere Therapie T = Patient verstorben U = unbekannt | F = Wer vom Freitag bis Dienstag nicht mehr kommt, am Mittwoch anruft und dann am Donnerstag wieder zur Bestrahlung erscheint und die Therapie mit geplanter oder kompensierter Dosis abschließt. |
Weitere Merkmale und Module
Zielgebiete und Seite
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Zielgebiet | Seite | Erläuterung |
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1.1 Ganzhirn (Neurokranium, inklusive Meningen) 1.2 Teilhirn (frontal/parietal/occipital/temporal/Kleinhirn) | optional | | 1.3 Neuroachse/Rückenmark | T = trifft nicht zu | | 1.4 Hypophyse | T = trifft nicht zu | | 1.5 Hirn sonstiges | optional | |
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Zielgebiet | Seite | Erläuterung |
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2.1 Auge (r, l) | L = links R = rechts | | 2.2 Nase/Nasennebenhöhle | optional | | 2.3 Mundhöhle inklusive Mundhöhlenvorhof | T = trifft nicht zu | | 2.4 Ohr (r, l) | L = links R = rechts | | 2.5 Speicheldrüse (r, l) | L = links R = rechts | | 2.6 Pharynx 2.7 Nasopharynx 2.8 Oropharynx 2.9 Hypopharynx | optional | | 2.10 Larynx | T = trifft nicht zu | | 2.11 Schilddrüse | T = trifft nicht zu | | 2.12 Kopf-Hals sonstige | optional | |
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Zielgebiet | Seite | Erläuterung |
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3.1 Mamma als Ganzbrust (r, l) 3.2 Mamma als Teilbrust (r, l) | L = links R = rechts | | 3.3 Thoraxwand, gegebenenfalls r, l | L = links R = rechts | | 3.4 Lunge (r, l) | L = links R = rechts | | 3.5 Ösophagus | T = trifft nicht zu | | 3.6 Mediastinum (mediastinaler Lymphabfluss ist in Nummer 9 zu kodieren) | T = trifft nicht zu | | 3.7 Thymus | T = trifft nicht zu | | 3.8 Thorax sonstige | optional | |
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Zielgebiet | Seite | Erläuterung |
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4.1 Magen | T = trifft nicht zu | | 4.2 Pankreas | T = trifft nicht zu | | 4.3 Leber, auch bei Teilbestrahlung | T = trifft nicht zu | | 4.4 Milz | T = trifft nicht zu | | 4.5 Niere (r, l) | L = links R = rechts | | 4.6 Nebenniere (r, l) | L = links R = rechts | | 4.7 Retroperitoneum (z. B. Sarkome) | optional | | 4.8 Ureter (r, l) | L = links R = rechts | | 4.9 Bauchwand (z. B. Sarkome) | optional | | 4.10 Oberbauch | optional | | 4.11 Gallengänge | T = trifft nicht zu | | 4.12 Gallenblase | T = trifft nicht zu | | 4.13 Abdomen sonstige | optional | |
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title | Bereich: Becken (Organe) |
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Zielgebiet | Seite | Erläuterung |
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5.1 Rektum | T = trifft nicht zu | | 5.2 Analbereich | T = trifft nicht zu | | 5.3 Harnblase | T = trifft nicht zu | | 5.4 Prostata | T = trifft nicht zu | | 5.5 Hoden (r, l) | L = links R = rechts | | 5.6 Penis | T = trifft nicht zu | | 5.7 Uterus | T = trifft nicht zu | | 5.8 Zervix | T = trifft nicht zu | | 5.9 Vulva | T = trifft nicht zu | | 5.10 Vagina | T = trifft nicht zu | | 5.11 Beckenwand | optional | | 5.12 Becken sonstige | optional | |
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title | Bereich: Knochen/Skelettsystem |
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Zielgebiet | Seite | Erläuterung |
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6.1 Schädel 6.2 Schädelbasis | optional | | 6.3 Orbita (r, l) | L = links R = rechts | | 6.4 Halswirbelsäule 6.5 Brustwirbelsäule 6.6 Lendenwirbelsäule 6.7 Sacrum/Coccygeum | T = trifft nicht zu | | 6.8 Rippen (r, l) 6.9 Sternum | L = links, R = rechts T = trifft nicht zu | | 6.10 Schulter (r, l) 6.11 Oberarm (r, l) 6.12 Unterarm (r, l) 6.13 Hand (r, l) | L = links R = rechts | | 6.14 Becken (r, l) 6.15 Hüfte (r, l) 6.16 Oberschenkel (r, l) 6.17 Unterschenkel (r, l) 6.18 Fuß (r, l) | L = links R = rechts | | 6.19 Knochen sonstige | optional | |
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title | Bereich: Bindegewebe (Subkutangewebe, Fettgewebe, Muskeln, anderes Bindegewebe) |
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Zielgebiet | Seite | Erläuterung |
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7.1 Kopf, Gesicht, Hals | optional | | 7.2 obere Extremität inklusive Schulter (r, l) | L = links R = rechts | | 7.3 untere Extremität und Hüfte (r, l) | L = links R = rechts | | 7.4 Thorax | optional | | 7.5 Abdomen | optional | | 7.6 Becken | optional | | 7.7 Stamm o. n. A. | optional | | 7.8 mehrere Bereiche überlappend | optional | | 7.9 sonstige Weichteile o. n. A. | optional | |
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Zielgebiet | Seite | Erläuterung |
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8.1 Ganzhaut 8.2 Teilbereiche | optional | |
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title | Bereich: Lymphabflussregionen und Lymphknoten |
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Zielgebiet | Seite | Erläuterung |
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9.1 Cervikale Lymphknoten (r, l) | L = links R = rechts | | 9.2 Supra-/infraclavikuläre Lymphknoten (r, l) 9.3 Axilläre Lymphknoten (r, l) 9.4 Retrosternale/sternale/Mammaria interna Lymphknoten 9.5 Mediastinale Lymphknoten 9.6 Hiläre Lymphknoten | L = links R = rechts T = trifft nicht zu | | 9.7 Intraabdominale Lymphknoten (z. B. subphrenisch, perigastrisch, peripankreatisch, Leber-, Milzhilus) 9.8 Paraaortale/paracavale Lymphknoten 9.9 Retroperitoneale Lymphknoten 9.10 Beckenlymphabfluss (r, l) (Iliakal commun, extern, intern, obturatorisch, präsakral) 9.11 Inguinale Lymphknoten (r, l) | T = trifft nicht zu L = links R = rechts | | 9.12 Involved Node 9.13 Involved Site 9.14 Involved Field | optional | | 9.15 Sonstige Lymphknoten | optional | |
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title | Bereich: Spezielle Zielgebiete |
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Zielgebiet | Seite | Erläuterung |
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10.1 Ganzkörperbestrahlung bei allogener Stammzelltransplantation | T = trifft nicht zu | | 10.2 operative Zugangswege | optional | | 10.3 Sonstige, nicht genannte Zielgebiete | optional | |
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Applikationsarten
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title | Teletherapie (perkutan) |
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Appliktionsarten | Erläuterung |
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P = perkutan (Teletherapie) P-ST = perkutan stereotaktisch P-4D = perkutan, atemgetriggert P-ST4D = perkutan, stereotaktisch, atemgetriggert PRCN-ST = perkutan, stereotaktisch ohne Chemotherapie/Sensitizer PRCN-4D = perkutan, atemgetriggert, ohne Chemotherapie/Sensitizer PRCN-ST4D = perkutan, stereotaktisch, atemgetriggert, ohne Chemotherapie/Sensitizer PRCJ = perkutan mit Chemotherapie/Sensitizer PRCJ-4D = perkutan, atemgetriggert, mit Chemotherapie/Sensitizer | Perkutan: Bestrahlung wird von außen in das entsprechende Zielgebiet appliziert (Konventionell, 3D, intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT)). Alle Angaben nach “P” beschreiben wichtige zusätzliche Informationen zur perkutanen Applikation. Stereotaktisch Die meisten Radiotherapien werden heute stereotaktisch (also aus mehreren Raumebenen heraus bestrahlt oder als Bogen oder als Tomotherapie etc.). Das ist eine heute übliche und abverlangte Technik in der Radioonkologie. Der Begriff Stereotaxie im oBDS basiert auf der Defintion der DGMP. Es handelt sich um die Bestrahlung kleiner Zielvolumina mit hohen Einzeldosen und exakter Positionierung und in-treat-Zielvolumenkontrolle in lokal kurativer Intention inkl. Oligometastasierung. Gemeint sind: die Einzeitbestrahlung oder kurze Fraktionierung (lt. Festlegung bis max. 12 Fraktionen) des Gehirns und des Körperstamms, bei atemabhängigen Zielvolumina unter 4D. Diese werden am Cyberknife, Gammaknife oder an den Linearbeschleunigern der neuesten Generation durchgeführt. Diese Behandlungen werden nicht mit Chemotherapie kombiniert. Sensitizer Sensitizer sind radiosensibilisierenden Substanzen, die die Strahlentherapiewirkung am Tumor verstärken sollen. Beispiele hierfür sind: (Cis)platin, 5-FU und deren prodrug Capecitabine, Mitomycin C, Temodal. Diese sind im oBDS als RCJ anzugegeben. Atemgetriggert Die Bewegung des Körpers wird während der Atmung aufgezeichnet und die Bestrahlung wird nur in einer definierten Atemphase ausgelöst (Schonung von umliegenden Gewebe). | PRCJ-ST = perkutan, stereotaktisch, mit Chemotherapie/Sensitizer PRCJ-ST4D = perkutan, stereotaktisch, atemgetriggert, mit Chemotherapie/Sensitizer | Kombination aus Stereotaxie und Sensitizer? Stereotaktische Strahlentherapien werden i.d.R. aufgrund ihrer hohen Einzeldosen nicht mit radiosensibilisierenden Substanzen kombiniert. Wenn in einer oligometastasierten Situation eine Chemotherapie gegeben wird, dann höchstwahrscheinlich nicht an den Tagen der Bestrahlung und es handelt sich nicht um einen Radiosensitizer. Im Gegenteil gibt es dann eher so gut wie keine Interaktionen zwischen den Therapien. Diese Ausprägungen sind nicht im onkologischen Basisdatensatz beschrieben, aber aufgrund der Defintionen im Umsetzungsleitfadenmöglich zu übermitteln. Da es sich hierbei aktuell um kein etabliertes Verfahren handelt, ist bei der Dokumentation entsprechend darauf zu achten, dass tatsächlich eine der o.g. radiosensibilisierenden Substanzen eingesetzt wurde und im Zusammenhang mit der Strahlentherapie steht.
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title | Brachytherapie (endokavitär und interstitiell) |
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Applikationsarten | Erläuterung |
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Auch Brachytherapie [griechisch brachýs »kurz«] genannt. Strahlenquelle liegt in unmittelbarer Nähe zum Tumor oder wird direkt ins Gewebe eingebracht. | K = endokavitäre Kontakttherapie KHDR = endokavitäre Kontakttherapie, high dose rate therapy KLDR = endokavitäre Kontakttherapie, low dose rate therapy KPDR = endokavitäre Kontakttherapie, pulsed dose rate therapy | Applikatorgestützte Bestrahlung in einer anatomischen Höhle / Körperöffnung (Afterloading, Brachytherapie) | I = interstitielle Kontakttherapie IHDR = interstitielle Kontakttherapie, high dose rate therapy ILDR = interstitielle Kontakttherapie, low dose rate therapy IPDR = interstitielle Kontakttherapie, pulsed dose rate therapy | Einführung über dünne Hohlnadeln in ein Organ wie unter anderem Brust, Schamlippen oder Mundboden (= interstitiell oder „Spickung“) im Nachladeverfahren für kurze Zeit. Direkte Einführung in die Prostata (Spickung mit sogenannten „Seeds“) und lebenslanger Verbleib der Quellen im Organ (die Strahlung erlischt nach wenigen Monaten). |
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title | Nuklearmedizinische Behandlung (metabolische) und sonstige Applikationsarten |
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Applikationsarten | Erläuterung | Indikation |
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MSIRT = selektive interne Radio-Therapie | Therapie mit offenen radioaktiven Nukliden (Nuklearmedizin) | Sphären mit Y-90 gelangen über die Leberarterie durch das Blut zum Tumor, Strahlenreichweite von bis zu 11 mm Sogenannte Radioembolisation, d.h. der Tumor wird bestrahlt (“radio”) und gleichzeitig die Blutversorgung des Tumors unterbunden (“embolisation”) | Hepatozelluläres Karzinom (HCC) Lebermetastasen (Gallengangskarzinom) | MPRRT = Peptid-Radio-Rezeptor-Therapie | | Neuroendokrine Tumoren | MPSMA = PSMA-Therapie | Mit Lu-177 markierter PSMA (Prostata-Spezifisches-Membran-Antigen)-Antagonist wird injiziert und bindet an die PSMA-exprimierenden Tumorzellen. Strahlenreichweite von wenigen mm. | Prostatakarzinom Glioblastom | MRJT = Radiojod-Therapie | Nach möglichst vollständiger Schilddrüsenresektion und Erzeugung einer Schilddrüsenunterfunktion wird die J-131-Menge ermittelt. Während der Therapie ist aufgrund der Strahlenschutzverordnung eine stationäre Durchführung unter gewissen Bedingungen notwendig. | Schilddrüsenkarzinom | MRIT = Radioimmun-Therapie | | | M = sonstige metabolische Radionuklidtherapie | | | S = Sonstiges | Oberflächenbestrahlung (Ru-106 (Plättchen) bei Aderhautmelanom) Bei unklarer Klassifikation | |
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Strahlenarten
Strahlenarten | Erläuterung |
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UH = Photonen (ultraharte Röntgenstrahlen, inklusive Gamma-Strahler) | Häufgste Strahlenart am Linearbeschleuniger |
EL = Elektronen | Energiegesteuerte Eindringtiefe bei oberflächennahen Tumoren |
RO = Weichstrahl (kV)
| Röntgenstrahlen mit geringer Energieeindringtiefe (Oberflächentherapie, z.B. bei Hauttumoren, kutane Metastasen) |
PN = Protonen (leichte Wasserstoffionen/H1/Leichtionen) | Therapie mit hohen Dosen in der Nähe strahlensensibler Strukturen (Schädelbasis). Zentren in Deutschland: Marburg, Essen, Heidelberg, Dresden, Berlin (nur Aderhautmelanome), |
SI = Schwerionen (schwere Kohlenstoff-Ionen/C12/Sauerstoffionen/Heliumionen) NE = Neutronen | Zentren: Dresden, Heidelberg, Marburg |
SO = Sonstige (inklusive Mixed Beams, exklusive Nuklide) | Bsp.: Elektronen und Photonen |
Lu-177 J-131 Y-90 Ra-223 Ac-225 Sm-153 Tb-161 Sr-89 Ir-192 Co-60 | Nuklide |
SONU = Sonstige Nuklide | sonstige Nuklide und Tandemtherapien |
Boost

Zusammenspiel von Applikationsart, Strahlenart und Einheit
Applikationart | Strahlenart | Einheit |
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P = perkutan (Teletherapie) P-ST = perkutan stereotaktisch P-4D = perkutan, atemgetriggert P-ST4D = perkutan, stereotaktisch, atemgetriggert PRCN-ST = perkutan, stereotaktisch ohne Chemotherapie/Sensitizer PRCN-4D = perkutan, atemgetriggert, ohne Chemotherapie/Sensitizer PRCN-ST4D = perkutan, stereotaktisch, atemgetriggert, ohne Chemotherapie/Sensitizer PRCJ = perkutan mit Chemotherapie/Sensitizer PRCJ-4D = perkutan, atemgetriggert, mit Chemotherapie/Sensitizer | Hauptsächlich Photonen (ultraharte Röntgenstrahlen, inklusive Gamma-Strahler) Elektronen Weichstrahl (kV) Protonen (leichte Wasserstoffionen/H1/Leichtionen) Schwerionen (schwere Kohlenstoff-Ionen/C12/Sauerstoffionen/Heliumionen) Neutronen | Gy |
K = endokavitäre Kontakttherapie KHDR = endokavitäre Kontakttherapie, high dose rate therapy KLDR = endokavitäre Kontakttherapie, low dose rate therapy KPDR = endokavitäre Kontakttherapie, pulsed dose rate therapy | Verwendetes geschlossenes radioaktives Nuklid (Häufig Ir-192 (Dokumentation über Photonen, da technisch nicht möglich) ) | Gy |
I = intersitielle Kontakttherapie IHDR = intersitielle Kontakttherapie, high dose rate therapy ILDR = intersitielle Kontakttherapie, low dose rate therapy IPDR = intersitielle Kontakttherapie, pulsed dose rate therapy | Verwendetes geschlossenes radioaktives Nuklid (Häufig Ir-192 (Dokumentation über Photonen, da technisch nicht möglich) ) | Gy |
MSIRT = selektive interne Radio-Therapie MPRRT = Peptid-Radio-Rezeptor-Therapie MPSMA = PSMA-Therapie MRJT = Radiojod-Therapie MRIT = Radioimmun-Therapie M = sonstige metabolische Radionuklidtherapie | Verwendetes offenes radioaktives Nuklid | GBq MBq kBq |
S = Sonstiges | | |