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Modul: Malignes Melanom

Modul: Malignes Melanom

Verantwortlich: Antonia Berger (ST), Alexander Berszinski (NW), Kathrin Krieg (HH)

Co-Autoren: Carolin Kuhl (HE), Thorsten Wicker (HH)

Status der Validierung

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Allgemein

Das Modul zum malignen Melanom ist bei den ICD-10-Codes C43.- (bösartige Neubildung des Melanozyten), D03.- (Melanom in situ) sowie bei invasiver oder in situ Morphologie gemäß ICD-O mit den Codeanfängen 872-879 zu dokumentieren. Dies umfasst auch Melanome der äußeren Genitalorgane mit den ICD-10-Codes C51.0 (bösartige Neubildung der Vulva), C60.- (bösartige Neubildung des Penis) und C63.2 (bösartige Neubildung des Hodensacks) sowie die entsprechenden in situ-Kategorien D07.1 (Carcinoma in situ der Vulva), D07.4 (Carcinoma in situ des Penis) und D07.6 (Carcinoma in situ sonstiger und nicht näher bezeichneter männlicher Genitalorgane). Nicht erfasst sind Melanome der Schleimhäute (z. B. im Bereich des Nasen-Rachen-Raums oder Anorektums) sowie Melanome der Aderhaut des Auges (C69.-). Die Dokumentation sollte je nach Vorliegen der entsprechenden Informationen zur Diagnose, den Meldeanlässen der operativen Therapien oder im klinischen Verlauf sowie deren pathologischen und labortechnischen Begutachtungen erfolgen.

Merkmale und Ausprägungen

ID (oBDS)

Merkmal

Ausprägungen

Meldeanlass

Beschreibung

ID (oBDS)

Merkmal

Ausprägungen

Meldeanlass

Beschreibung

MM1

Sicherheitsabstand Primärtumor

(n) = Abstand in mm
(natürliche Zahlen)

-1 = nicht zu beurteilen

0 = kein Abstand

Diagnose

Operation

Pathologie

Der endgültige kumulative Sicherheitsabstand ist nach definitiver operativer Versorgung anzugeben. Es soll die sichere Untergrenze dokumentiert werden. Ein Abstand von 0 mm entspricht einer lokalen R1- oder R2-Resektion bzw. einer randständigen Untergrenze. Die empfohlenen Sicherheitsabstände betragen für: pT1-2 (≤1–2 mm) 10 mm, für pT3-4 (2,01–4 mm) 20 mm [1,3], sowie einer Empfehlung zur eine kompletten Exzision mit histopathologischer Kontrolle für das in situ-Melanom, etabliert sind 5 mm [2,3].

MM2

Tumordicke

(n) = Abstand in mm mit Nachkommastelle
(natürliche Zahlen)

 

Diagnose

Operation

Pathologie

Die Berechnung des Sicherheitsabstands bei kurativer radikaler Exzision basiert auf der Tumordicke, um das Risiko lokaler Rezidive zu minimieren [3]. Diese Angabe erfolgt unabhängig vom T-Stadium und der Breslow-Klassifikation. Ein kaufmännisches Auf- oder Abrunden ist zu vermeiden, insbesondere bei 2,0 mm, da die Angabe mit der TNM-Stadieneinteilung übereinstimmen und weder durch Über- noch Unterschreiten verfälscht werden darf. Beispiel: Eine gemessene Tumordicke von 2,04 mm soll nicht automatisch auf 2,0 mm abgerundet werden. Stattdessen erfolgt die Angabe entsprechend der histopathologischen und klinischen Bewertung im Kontext des T-Stadiums und des erforderlichen Sicherheitsabstands als 2,0 mm oder 2,1 mm, um eine korrekte Einstufung und Therapieplanung sicherzustellen.

Empfohlene Plausibilitätsgrenzen:

mind. 0,1 mm und max. 10 mm

MM3

LDH

(n) = Abstand, natürliche Zahl (max. 5-stellig) in U/l

Diagnose (bei primärer Metastasierung innerhalb der ersten 3 Monate)

Verlauf (bei nachfolgender Metastasierung)

Laktatdehydrogenase (LDH) ist ein Enzym, das eine wichtige Rolle im Zellstoffwechsel spielt. Erhöhte LDH-Werte im Serum können auf Zellschäden hinweisen und sind ein wichtiger prognostischer Marker für das maligne Melanom [4,5].

  • Normale LDH-Werte: 125 – 220 U/l (kann je nach Labor variieren, obere Grenze bis 250 U/l).

  • Erhöhte LDH-Werte: Werte über 250 – 300 U/l gelten als erhöht.

In der UICC-Klassifikation [6] wird der LDH-Wert entsprechend der Einstufung der M-Kategorie als geklammertes Suffix angegeben: (1) für erhöhte LDH-Werte oder (0) für normale LDH-Werte.

Beispiel:

  • M1* (1) bedeutet Fernmetastasen
    mit erhöhtem LDH.

Bei asymptomatischen Patienten (ohne Anzeichen einer Krankheitsprogression oder Metastasierung) muss der LDH-Wert nicht erhoben werden [4].

MM4

Ulzeration

J = Ja
N = Nein
U = Unbekannt

Diagnose

Operation

Pathologie

  • J (Ja): Es liegt eine Ulzeration vor. Das bedeutet, dass die Hautoberfläche des Melanoms aufgerissen oder beschädigt ist.

  • N (Nein): Es liegt keine Ulzeration vor. Die Hautoberfläche des Melanoms ist intakt.

  • U (Unbekannt): Es ist nicht bekannt, ob eine Ulzeration vorliegt, oder der Status wurde nicht erfasst.

Diese Angaben sind wichtig für die Prognose und Staging des malignen Melanoms, da das Vorhandensein einer Ulzeration mit einer schlechteren Prognose assoziiert wird [7].

Quellen

Quellen

[1] Leitlinienprogramm Onkologie (2020). S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Version 3.3, S. 44.

[2] Leitlinienprogramm Onkologie (2020). S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Version 2.1S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Version 3.3, S. 46.

[3] Leitlinienprogramm Onkologie (2020). S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Version 2.1S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Version 3.3, S. 215.

[4] Leitlinienprogramm Onkologie (2020). S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Version 2.1S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Version 3.3, S. 59.

[5] https://www.pschyrembel.de/Laktatdehydrogenase/K0CGE/doc/ besucht am 27.02.2025

[6] TNM Supplement : A Commentary on Uniform Use (S.69), edited by Christian Wittekind, et al., John Wiley & Sons, Incorporated, 2019, S.187.

[7] Leitlinienprogramm Onkologie (2020). S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Version 2.1S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Version 3.3, S. 51.

 

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