Diagnosemeldung

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Die Seite ist vom Landeskrebsregister positiv validiert worden und ist für das Landeskrebsregister gültig.

Die Seite ist vom Landeskrebsregister positiv validiert worden. Es sind Länderspezifika zu beachten, die unten ergänzend vom Landeskrebsregister angegeben worden sind.

Die Seite ist vom Landeskrebsregister negativ validiert worden. Im Text sind unten Erläuterungen ergänzt, warum die Beschreibung für das entsprechende Landeskrebsregister nicht passt.

Die Seite ist vom Landeskrebsregister noch nicht überprüft worden.

Hinweis: Änderungen zur vorherigen Version sind in der Markierungsfarbe Türkis hervorgehoben.

Allgemeines

Die Diagnosemeldung umfasst detaillierte Informationen zur vorliegenden Tumorerkrankung und zum allgemeinen Leistungszustand des Patienten/der Patientin.

Angaben zur Diagnose und zur Diagnosesicherung (s. folgende Tabelle “Merkmale und Ausprägungen”) werden ergänzt durch die genaue Bezeichnung von

In zunehmendem Maße gewinnen auch Biomarker und genetische Marker an Bedeutung [1].

Merkmale und Ausprägungen

ID (oBDS)

Merkmal

Ausprägungen

Beschreibung

ID (oBDS)

Merkmal

Ausprägungen

Beschreibung

05.01

Primärtumor Tumordiagnose ICD- Code

Alphanumerischer Code

siehe Tumorzuordnung

 

05.02

Primärtumor Tumordiagnose ICD-Version

Gültige Versionsangaben für medizinische Klassifikationen

verwendete ICD-10-GM-Version

Hinweis: Es ist die zum Diagnosezeitpunkt aktuelle Version zu verwenden (entsprechend der im Diagnosejahr geltenden ICD-Version).

05.03

Primärtumor Tumordiagnose Text

Freitext

Bezeichnung der meldepflichtigen Erkrankung nach ICD-10-GM [2]

05.04

Primärtumor Topographie ICD-O

Alphanumerischer Code

Topographie (= Lokalisation) einer Erkrankung nach der aktuellen ICD-O-Version [3]

 

05.05

Primärtumor Topographie ICD-O-Version

Gültige Versionsangaben für medizinische Klassifikationen

verwendete ICD-O-Version

Hinweis: Es ist die zum Diagnosezeitpunkt aktuelle Version zu verwenden
(aktuell: ICD-O-3, Zweite Revision 2019).

05.06

Primärtumor Diagnosedatum

TT.MM.JJJJ

siehe Tumorzuordnung

05.07

Primärtumor Diagnosesicherung

 

0 = nur Todesbescheinigung (DCO)
1 = klinisch
2 = klinische Diagnostik
4 = spezifische Tumor-Marker
5 = Zytologie

 

7.1 = Histologie des Primärtumors
7.2 = Histologie einer Metastase
7.3 = Histologie der Autopsie

8 = zytogenetisch und/oder molekularer Test
9 = unbekannt

Das Merkmal “Primärtumor Diagnosesicherung” gibt an, wie die Diagnose gesichert werden konnte. Es sagt etwas über die Verlässlichkeit der spezifischen Diagnose aus und wird gemäß ENCR als Grad der Diagnosesicherung bezeichnet.

Der Grad der Diagnosesicherung soll gemäß der ENCR-Empfehlung von 2022 angegeben werden. [4]

Weitere Erläuterungen zu den Codes und ihren Anwendungsregeln siehe Tabelle Grad der Diagnosesicherung gemäß ENCR-Empfehlung.

 

05.08

Primärtumor Seitenlokalisation

L = links
R = rechts
B = beidseitig
M = Mittellinie/mittig
U = unbekannt
T = trifft nicht zu

siehe Tumorzuordnung

05.09

Frühere Tumorerkrankungen

Freitext oder ICD-10-GM-Code mit Angabe des Diagnosejahres (JJJJ)

Anamnestisch vorbekannte, frühere Tumorerkrankungen mit Angabe des Diagnosejahres; ausformulierte Diagnose oder verschlüsselt nach ICD-10-GM

Grad der Diagnosesicherung gemäß ENCR-Empfehlung [4]

Grad der Diagnosesicherung

Beschreibung und Kriterien

Regeln und Erläuterungen

01

“Nur Todesbescheinigung (DCO): Die Information wurde durch eine Todesbescheinigung bereitgestellt (Death Certificate Only, DCO).”

 

1

“Klinisch: Diagnosestellung vor dem Tod, jedoch ohne eine der folgenden Untersuchungen (Codes 2-8)”

“Code 1 soll nur für Krebserkrankungen verwendet werden, die ausschließlich durch körperliche Untersuchung (vor der Autopsie) nachgewiesen werden. …

… Es ist nahezu unmöglich, Krebserkrankungen der meisten inneren Organe (wie Lunge, Magen, Kolon oder Niere) ausschließlich durch körperliche Untersuchung zu diagnostizieren, auch wenn seltene Ausnahmen möglich sind.”

2

“Klinische Untersuchung: Alle diagnostischen Verfahren, einschließlich Röntgen, Endoskopie, bildgebender Verfahren, Ultraschall, explorativer Eingriffe (wie Laparotomie) und Autopsie, ohne Gewebsuntersuchung.”

 

4

“Spezifische Tumormarker: Einschließlich biochemischer und/oder immunologischer Marker, die für eine bestimmte Tumorlokalisation spezifisch sind.”

“Code 4 (spezifische Tumormarker) ist immer in Verbindung mit einer klinischen Krebsdiagnose und/oder einer klinischen Untersuchung, die auf Krebs hinweist, zu verwenden, da viele Tumormarker, zum Beispiel Prostataspezifisches Antigen (PSA), auch bei Nichtvorliegen einer Krebserkrankung erhöht sein können.

Die Krebserkrankungen, die mit Diagnosesicherung Code 4 registriert werden können, sind in Tabelle 4 aufgeführt.”
[Anmerkung der Redaktion: s. Tab. 4 in der ENCR-Empfehlung]

5

“Zytologie: Untersuchung von Zellen aus einer primären oder sekundären Lokalisation, einschließlich der aus durch Endoskopie oder Punktion gewonnen Aspiraten; beinhaltet auch die mikroskopische Untersuchung peripheren Blutes und von Knochenmarkspunktaten, Immunphänotypisierung durch Durchflusszytometrie2 und eine Liquid Biopsy3 bei Fehlen eines histopathologischen Befundes.”

“Wird eine für Krebserkrankungen spezifische genetische Anomalie oder Veränderung mittels ‘Liquid’ Biopsy entdeckt (bei klinischer Krebsdiagnose, aber fehlendem pathologischem Nachweis), ist Diagnosesicherung Code 5 anzuwenden.”

 

7

 “Histologie: Histologische Untersuchung von Tumorgewebe (primär oder metastatisch), gleich wie es gewonnen wurde; einschließlich aller Schnitttechniken und Knochenmarksbiospien; schließt auch die Untersuchung von Proben des Primärtumors aus einer Autopsie ein. …
7.1 Histologie des Primärtumors: Histologische Untersuchung von Gewebe des Primärtumors, unabhängig von der Art der Gewinnung, einschließlich aller Schnitttechniken und Knochenmarksbiopsien.
7.2 Histologie der Metastase4: Histologie der Metastase ohne Histologie des Primärtumors
7.3 Histologie der Autopsie: Histologie der Autopsie ohne Histologie vor der Autopsie”

 

85

“Zytogenetisch und/oder molekularer Test: Nachweis von tumorspezifischen genetischen Anomalien oder genetischen Veränderungen im Tumor einschließlich Verfahren wie Karyotypisierung, FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung), PCR (Polymerase Kettenreaktion).”

“Viele Tumoren weisen genetische Anomalien oder Veränderungen auf. Nur wenige sind spezifisch für die Diagnose bestimmter Krebserkrankungen. Nur wenn die genetische Anomalie oder Veränderung spezifisch für eine solche Krebserkrankung ist, soll Diagnosesicherung Code 8 angewendet werden. In den meisten Fällen sollte die Anomalie oder Veränderung vorliegen (z.B. Chronisch myeloische Leukämie CML, BCR-ABL1 positiv ist 9875/3), aber es gibt auch Krebsdiagnosen, die durch das Fehlen einer genetischen Anomalie oder Veränderung gekennzeichnet sind (z.B. Glioblastom IDH-Wildtyp ist 9440/3). Diagnosesicherung Code 8 trifft auf beide Beispiele zu.”3

96

“Unbekannt”

 

1Diagnosesicherung Code 0 wird nicht erwartet, weil nur für DCO-Meldungen zutreffend, welche das Register nicht über den oBDS erreichen.

2”Durchflusszytometrie wird oft zur Diagnose von Leukämien und Lymphomen verwendet, z.B. chronisch lymphatische Leukämie.” [4]

3”eine Liquid Biopsy ist eine Blutprobe oder eine Probe einer anderen Körperflüssigkeit (Liquor, etc.) zum Nachweis von Krebszellen oder DNA-Fragmenten dieser Tumorzellen” [4]

4Diagnosesicherung Code 7.2: Die ENCR erläutert den Begriff “Metastase” in dieser Empfehlung nicht näher und stellt auch keinen Bezug zur TNM-Klassifikation her. Daher ist davon auszugehen, dass unter dem Begriff “Metastase” hier jegliche Metastasen zu verstehen sind, d.h. bezogen auf die TNM-Klassifikation sowohl Fernmetastasen als auch regionäre Lymphknoten-Metastasen.

5Diagnosesicherung Code 8: Der ECIS Technical Report gibt eine Reihe von Morphologie-Codes an, für die Diagnosesicherung Code 8 anwendbar ist, s. Abschnitt 3.1.3 und Tab.4 im ECIS Technical Report [5]. Die Tab. erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

6Diagnosesicherung Code 9 wird nicht erwartet, da bei Übermittlung einer gesicherten Diagnose der Grad der Diagnosesicherung als bekannt vorausgesetzt werden darf.

 

Weitere Merkmale und Module

Quellen

Quellen

[1] DKFZ. (13.02.2025)https://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchungen-bei-krebs/diagnose-und-befunde-bedeutung#c8521

[2] BfArM. ICD-10-GM, Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte; https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/ICD/ICD-10-GM/_node.html

[3] BfArM. ICD-O-3, Internationale Klassifikation der Krankheiten für die Onkologie, Dritte Ausgabe. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/ICD/ICD-O-3/_node.html

[4] ENCR. ENCR-Empfehlung: Grad der Diagnosesicherung; Oktober 2022 Grad der Diagnosesicherung

[5] ECIS. Data quality checks for validation of the ECIS database; November 2025, Version 1.0 ECIS Technical report